Schlossgeschichte

Schlass1

Beim Aspelter Schloß handelt es sich um eine ehemalige spätmittelalterliche Wasserburg, die nachfolgend zu einer barocken Schloßanlage umgebaut wurde. Die ältesten noch bestehenden Bauteile datieren vor 1590.

Obschon die uralte Wasserburg mit ihrem Ringmauergürtel erst 1132 in den Echternacher Chroniken des Mönchs Theoderich auftaucht, dürfte die Erbauungszeit der ersten Burganlage bereits vor 1100 angenommen werden und scheint auf römischen Ruinen erbaut zu sein. (nach E. Diderrich). Die ursprüngliche Anlage zählte wohl zu den ältesten Zeugnissen Luxemburger Tieflandburgen. Die schweren gotischen Rundtürme gehen, nach ihrer Bauweise zu urteilen, ins ausgehende 14. Jahrhundert zurück.

Im 14. Jahrhundert wird ein zweites „festes Haus“, genannt „Stock“, abgetragen.
Mitte des 16. Jahrhunderts entsteht der Schloßkomplex und der Palas wird zu seinem heutigen Aussehen z.T. umgeändert.

1562 – 1580 Umbau des Haupthauses unter der Familie Ruelle und Kempt. (Wappen des Schlußsteines im nordöstlichen Turmzimmer)

1584 Baumaßnahmen an der Südwestfassade. Errichtung der Turmhelme auf dem Nordwest- und Südostturm auf den älteren Mauerkronen. (chronogramm 1584 über der zugemauerten Tür im ersten Obergeschoß der Südwestfassade. Der kleinere Treppenturm mit den beiden über dem Eingang eingemeißelten Wappen, links: de Burthé, rechts: de la Ruelle, wurde Ende des 16. Jahrhunderts angebaut.

1711 Errichtung des barocken Dachstuhls über dem mittelalterlichen Verbindungsriegels des Hauptgebäudes

1777 Die Familie Martiny erweiterte den Palas in Ost-Richtung um einen Flügel (zur Kirche hin). Neue Fenster wurden in die Türme einverbaut (Barockfensterumrahmungen); die Renaissance-Schießscharten für Feldschlangen (leichtere Kanone mit langem Rohr), wurden zum Teil zugemauert. Im Jahre 1805 wurden ältere Gebäulichkeiten abgerissen.

1815 Veränderung des südöstlichen barocken Anbaus, d.h. Aufstockung der barocken Fensteröffnungen, Veränderung der Fensteröffnungen und Erneuerung des Dachstuhls.

Im 19. Jahrhundert wurden die Ökonomiegebäude nach Süden und Westen erweitert (Kataster 1820)

1957 Renovierungsmaßnahmen im Erdgeschoß im südwestlichen Turmzimmer. (Datierung der Betonplatten von 1957 / eingeritzt)

Ab April 2010 werden die Dächer der Ökonomiegebäude erneuert


Burgen und Schlösser in Luxemburg – Roger Bour

Broschüre „Cinquantenaire Harmonie Aspelt 1903 – 1953“ / Hurt Joseph
Archives nationales du Luxembourg
Emile Diderrich / Ons Hemecht 1955
Emile Diderrich / notices manuscrites
Ons Hemecht 1912
Das alte Luxemburg heute / RTL Edition / 1984
Zimmer, John, die Burgen des Luxemburger Landes, Bd. II.Luxemburg 1996
Koltz, Jean-Pierre, Krier, T. Les Châteaux, Historiques du Luxembourg